28.–29.06.2019
Veranstaltungen

Mariupol. Die Stadt des Mariens

Ausstellung, Film, Lesung und Gespräch nach dem Literaturtreffen am Asowschen Meer in der Ukraine 2018

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Teilnehmende des Treffens von mariupol am Assowschen Meer, v. l. n. r. Chrystyna Nazarkewytsch, Karl Schlögel, Ulrike Almut Sandig, Hans Pleschinksi, Daniela Danz. Foto (Filmstill): © Wanja Nolte.

Freitag, 28. Juni 2019, 18 Uhr.
Samstag, 29. Juni 2019, Ausstellung 10–17 Uhr.

Kunst- und Museumsverein Starnberger See e.V.
Ort: Rathaus Feldafing, Bürgersaal, Bahnhofplatz 1, 82340 Feldafing
Eintritt: € 10,00, Mitglieder € 8,00.
S6 Feldafing

Mit den Schriftstellern Juri Andruchowytsch (Iwano-Frankiwsk/Ukraine), Noemi Schneider (München und Weiler im Allgäu), Alexander Milstein (München) und Filmemacher Wanja Nolte (München).
Moderation: Verena Nolte

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Noemi Schneider und Juri Andruchowytsch bei "Eine Brücke aus Papier" 2017 in Charkiw, Foto: © Oleksiy Makovetsky

Ende August 2018 trafen sich ukrainische und deutsche Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Mariupol als „Eine Brücke aus Papier“ in simultan gedolmetschter öffentlicher Runde, wie seit 2015 jährlich in jeweils anderer Gruppierung in den ukrainischen Städten Lwiw, Dnipro und Charkiw. Mariupol war für das deutsch-ukrainische Schriftstellertreffen eine überwältigende Erfahrung. Schwierige lange Anfahrtswege, der Anblick der Luft und Menschen beherrschenden gigantischen Stahlwerke Asowstal und Illitsch, das verschmutzte Asowsche Meer, in dem man nicht baden darf und der verwaiste Tiefseehafen, den die Schiffe kaum noch anfahren, weil ihnen die illegale „Brücke aus Stahl“ über die Meerenge von Kertsch zur annektierten Krim den Zugang versperrt. Wären da nicht die Menschen, die Mariupoler! Sie, die bis heute keine Buchhandlung haben, hießen das internationale Literaturprojekt und ihre Protagonisten willkommen und verhalfen ihnen zu einem tieferen Verständnis für eine europäische Stadt, die mit der Nähe des Krieges leben muss.

Die Schriftsteller/innen des Feldafinger Abends lesen aus ihren Texten und sprechen über die Möglichkeiten von Literatur und Kunst, zwischen Fronten zu vermitteln und gegenseitige Unkenntnis zu überwinden. Wanja Nolte zeigt seinen während des Treffens von Mariupol gedrehten Film "Nachtzug nach Mariupol".

Juri Andruchowytsch, der wie kein Zweiter der ukrainischen Gegenwartsliteratur zur internationalen Geltung verhalf, hat als „Pate“ der „Brücke aus Papier“ mit schöpferischem Rat und Unterstützung entscheidend an ihr mitgewirkt. Er nahm an allen Treffen bis auf Mariupol teil.  

Der Titel der Veranstaltung „Mariupol. Die Stadt Mariens“ ist der poetischen Eloge des ukrainischen Schriftstellers Oleksandr Irwanez „Die Stadt Mariens“ für Mariupol (siehe https://paperbridge.de/lektuere/) entnommen.

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Alexander Milstein 2018 in Mariupol, Foto: © Grigory Sementschuk

Von Alexander Milstein wird in der Ausstellung „prosa engine“ neben Mariupolbildern Malerei zu sehen sein, die als eigenes Werk zu seinen Prosatexten und unabhängig von ihnen entsteht. Dazu gehören Zeichnungen, Computerzeichnungen, Malerei in Pastell und Acryl.

"Schon seit einigen Jahren zeichnet Alexander Milstein Illustrationen zu seinen Texten. So etwas ist immer faszinierend. Gewöhnlich befindet sich der Illustrator irgendwo neben dem Leser, die Distanz ist die gleiche. Welcher Art die Distanz des Autors in diesem Fall ist, bleibt ein Geheimnis – schließlich illustriert er nicht so sehr die Erzählung, die referentiellen Peripetien des Sujets, sondern vielmehr den Fluss seines Schreibens. Seine Betonungen, Diffusionen, sein Fallen. Seinen Glanz. Das sind nicht einmal Illustrationen, es sind Visionen, „Fenster nach …“ – die strahlenden Wesen auf den riesigen Zeichnungen Klossowskis, die wirbelnden Körper Blakes, die stiebende Tusche Hugos, seine Klekse und Kaffeeflecken … Immer viel näher am Text und zugleich viel weiter davon entfernt, als wir uns vorstellen können. Etwas außerhalb des Erzählens Liegendes, seine Kehrseite, seine große Unlesbarkeit der Mittel. Oder, über eine schwebende, krumme Tangente, in der Verkürzung einer Anamorphose, der Sumpf des Erzählens, ein Sujet, das in andere Sujets einbricht." Juri Leiderman über Alexander Milstein in "Fenster nach Piatipol" (aus dem Russischen von Lydia Nagel, siehe https://paperbridge.de/lektuere/)

Nachtzug nach Mariupol (2018). Ein Film von Wanja Nolte.

Donnerstag, 14. März, 17.00–19.00 Uhr
IOS Regensburg – Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung
Landshuter Straße 4, 93047 Regensburg

Vorstellung und Diskussion
mit Verena Nolte, Kulturallmende gUG und Künstlerische Leitung des deutsch-ukrainischen Projekts "Eine Brücke aus Papier".

Öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Winterschule Ukraine "Fünf Tage Geschichte – Wirtschaft – Literatur – Politik".

Der Film ist online auf der Eine Brücke aus Papier-Projektwebsite www.paperbridge.de zu sehen.

Version 2
Exkursion des deutsch-ukrainischen Schriftstellertreffens 2018 ins Stahlwerk Illitsch, Mariupol, Foto (Filmstill): © Wanja Nolte.

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